Campino …
Klar, Sänger, Tote Hosen.
Nee, Fruchtbonbon. Kam in meiner Jugend auf, und war ‘ne Sensation, weil, das kam sogar im Werbefernsehen („gegossen, nicht gepresst“ – Jahre später hieß das dann „geschüttelt, nicht gerührt“, aber das war dann ein anderer Zusammenhang).
Also, dieses gegossene und nicht gepresste Fruchtbonbon war genial – man kriegte als Kind keinen wunden Gaumen und keine wunde Zunge mehr, weil, da hatte es halt keine scharfen Kanten am Bömsken, und unsere Muttis glaubten (lange vor der Zeit der „zuckerfreien“ „Leckereien“) es sei gar noch gesund, weil, eben „Frucht“.
Das Campino hat leider einen Nachteil – es ist so alt, dass man kein Bild der Form ergoogeln kann (zumindest ich hab’s nicht geschafft). Und genau das wäre heute so wichtig! Weil, morgen kommt es in einigen deutschen Städten zur „GegossenemLutschbonbonNachempfundenemSmartphone-Launch-Party“ in den Shops eines namhaften Anbieters mobiler Telekommunikation – irgendwas mit zwei Os.
Und da präsentiert man dann das neue Smartphone, auf das die Welt gewartet hat – nein, stopp, nicht die Welt, die gesamte deutsche Palm-Community – nein, stopp, die ganze auch nicht mehr, weil, ganz viele haben ja „Gummistiefel-“ bzw. „Mädchen-“ Phones (und zwei oder drei möglicherweise sogar immer noch WinMob-Geräte) – also ein Teil hat wohl gewartet, und davon sind etwa 30 so euphorisch, dass sie jegliche Kritik an dem, was denn dann ab morgen auf die wartende Welt losgelassen wird, sendungsbewusst in den Boden rammen (ohne zu realisieren, dass, im Gegensatz zu ihnen, die meisten Kritiker das Gerät bereits in den Händen gehalten haben).
Also, was kommt? Richtig, das Palm Pré. Ein Smartphone. Ein so genannter iPhone-Killer. Für viele. Nicht für mich, weil, als ich damals die Vorstellung des Pré (fast) live verfolgt habe, war für mich eins klar: die Form ist geklaut. Die kenne ich. Die hab’ ich früher schon ausgelutscht. Das Ding sieht aus wie ein Campino-Fruchtbonbon, und dazu ist es schwarz, und die Geschmacksrichtung steht auch nicht drauf. Neee!!!
Ich hab’s bis heute nicht bereut, mir damals 48 Stunden nach der Vorstellung ein iPhone bestellt zu haben …..
2 Kommentare bis jetzt
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Tja, momentan geht es zu wie im tiefsten Mittelalter – Religiöser Wahn, wohin man schaut. Dabei gibt es drei Hauptgruppen: Die Verfechter (und Pre-Habenwoller), die jegliche Kritik beiseite schieben und mit Scheuklappen zur Schlachtbank laufen. Dann gibt’s die iPhone-Ketzer die ständig zwischen den Verfechtern auftauchen und „Satanas, Satanas“ rufen und die Verweigerer, die selbst im Angesicht des Großinquisitors noch unbeirrbar „Nö, Gott ist doof“ rufen. Die letzten beiden Gruppen haben momentan einen eher schlechten Stand – aber das wird sich vermutlich demnächst wieder normalisieren, wenn der erste Rausch der Verfechter vorüber ist und eine gewisse Katerstimmung einsetzt. War im Mittelalter auch nicht anders…
OWL, wo du Recht hast, hast du Recht!